Interview mit Marcel Westermann

Changzhou/Minden.

Anfang Dezember demonstrierten in vielen Städten Chinas plötzlich Menschen gegen die seit drei Jahren andauernde strikte Null-Covid-Politik des Landes. „Der Rest der Welt öffnet sich, und China wird immer strikter,“ beschreibt Marcel Westermann die Lage während seines zweijährigen Aufenthaltes. Für die Bevölkerung war das aber kein Grund zur Aufregung: „Die meisten Menschen waren zwar genervt, aber die Corona-Maßnahmen waren gut in den Alltag integriert, wodurch es alles erträglicher gemacht wurde,“ sagt Westermann rückblickend.

Das die aktuellen Proteste in Ürümqi, Shanghai und Peking vor allem von jungen Menschen ausgingen, ist für Westermann nicht überraschend: „Die Proteste sind für mich schwer einzuschätzen, auch jetzt aus der Ferne. Es sollen vor allem junge Leute, also Studenten sein, und das kann ich verstehen. Studenten haben härter unter den Maßnahmen gelitten als der Rest der Bevölkerung.“ Viele Studenten konnten ihren Uni-Campus seit vielen Monaten nicht mehr verlassen, auch Gäste durften ihn nicht betreten. Die Regierung hat auf die in China seltenen Proteste reagiert: die omnipräsente Corona-App wird abgeschafft, viele Maßnahmen zurückgefahren dabei ist die Chinesische Gesellschaft nicht gut auf eine Winterwelle Omikron vorbereitet. Laut Angaben der Regierung sind nur 40 Prozent der ältesten Chinesen geboostert.

Westermann hat nach seinem Abitur in Minden in Trier Chinastudien studiert und war bereits während des Studiums mehrmals in China. Nach seinem Bachelorabschluss begann Westermann Business Management in Chongqing zu studieren: „Chongqing ist auch bekannt als die größte Stadt, von der man noch nie gehört hat,“ erzählt Westermann und lacht. Mit 32 Millionen Einwohnern ist sie nach Einwohnern die größte Stadt der Welt. Allerdings von der Fläche auch so groß wie Österreich. Nach dem Abschluss seines Masters 2019 verlies Westermann China wieder und begann bei Diehl in Nürnberg als Controller zu arbeiten. Im gleichen Jahr trat er auch dem „Trägerverein Partnerschaft Minden-Changzhou“ bei. Mitten in der Corona Pandemie schickt sein Arbeitgeber Westermann 2021 nach China, ganz in die Nähe der Partnerstadt von Minden nach Wuxi, eine sechs Millionen Stadt. Bereits die Einreise war ein Abenteuer mit zahllosen Schnell- und PCR-Tests sowie wochenlangen Aufenthalten in mehreren Quarantäne-Hotels.

Im Juni war Westermann das erste Mal in Mindens Partnerstadt Changzhou und besichtigte unter anderem den Tianning Tempel, die höchste Pagode auf der Welt und den Hongmei Park. Zu dem Zeitpunkt war die Stadt völlig coronafrei, und es gab nur noch an wenigen Orten eine Maskenpflicht. Die Unterschiede zu früheren Aufenthalten waren dennoch spürbar: „Der Alltag war anders als bei meinen vorherigen Aufenthalten in China. Das Private ist sehr abgeschottet,“ berichtet Westermann. Neben seiner Arbeit in Wuxi nahm Westermann in Changzhou auch als Repräsentant des Vereins an Veranstaltungen teil: „Ich konnte den Verein auf drei Veranstaltungen repräsentieren, leider gab es nicht mehr wegen Corona,“ bedauert Westermann. „Die Stadt Changzhou hat die großen Veranstaltungen sehr gut organisiert. Insgesamt hat die Partnerstadt großes Interesse an einer guten Zusammenarbeit mit Minden und dem Trägerverein.“ Minden und Changzhou verbindet seit 2015 eine Städtepartnerschaft. Der Partnerschaftsverein, mit seiner Geschäftsstelle im Mindener Rathaus unterstützt diese durch Zusammenarbeit mit Changzhou in vielen Bereichen und organisiert wechselseitige Besuche. Für Westermann hat die Null-Covid-Politik Chinas vor allem zu persönlicher Perspektivlosigkeit geführt: „Vor Corona war China ein Eldorado für Ausländer. Man wird zwar weiterhin sehr gut behandelt, aber die Community ist komplett weggebrochen. Jüngere Ausländer sind weg, die jungen Chinesen sind auf ihrem Campus isoliert. Ein Sozialleben war für mich nicht mehr vorhanden.“

Westermanns Ausreise nach knapp zwei Jahren in China erfolgte unter anderem auch deswegen: „Der Kontakt zur Familie und Freunden in Deutschland hat mir gefehlt. Eine eigene Familienplanung war so nicht möglich.“ Spontane Reisen aus China nach Europa waren unmöglich. Ob die aktuelle Wende eine dauerhafte sein wird, ist noch nicht klar. „Ich denke, es wird im Inland freier werden, aber nach außen wird China sich noch mehr abschotten,“ prognostiziert Westermann. Wenn sich China dann irgendwann wieder öffnet, brauche es Zeit, bis das Vertrauen wieder da sei: „Ich würde nach ein paar Jahren in Deutschland aber keinesfalls ausschließen wieder nach China zu gehen, wenn es vor Ort wieder attraktiver ist.“ Wie schnell das passiert, das hängt wohl davon ab, wie gut China das Ende der Null-Covid-Regeln verkraftet.

Chinesische Medien berichten bereits von überfüllten Krankenhäusern, während vielen der jungen Demonstranten, die gegen die Null-Covid-Politik auf die Straße gegangen waren, festgenommen wurden.

M. Hampel 19.12.2022

https://www.mt.de/lokales/minden/Mitglied-des-Partnerschaftsvereins-Minden-Changzhou-erlebt-zwei-Jahre-Null-Covid-Politik-in-China-23437672.html

Besuch der ChinaAG am Herdergymnasium

Besuch der ChinaAG am Herdergymnasium

Am 11.11.2022 besuchten Olrik Laufer (Vorsitzender) und Heinrich Wiese (Schatzmeister) die ChinaAG des Herdergymnasiums, Minden. Sie informierten sich über die ChinaAG und erläuterten den Schülerinnen und Schülern, der Chinesischlehrerin Li Zhu-Wagener, der Schulleiterin Heike Plöger sowie den Lehrerinnen Saskia Kessler und Katrin Ottenhof die Ziele und Aktivitäten des Trägervereins. Die von Changzhou geschickten Imagebücher wurden der AG zur Verfügung gestellt. Im anschliessenden Gespräch mit der Schulleiterin und den Lehrerinnen wurde deutlich, dass sie weiterhin an einer Kooperation mit dem Trägerverein interessiert sind. Der Trägerverein sagte Unterstützung zu.

 

Mondfest (Mid Autumn Festival)

Ein kleiner Kreis von Mitgliedern feierte am 11.09.2022 das chinesische Mondfest. Der Einladung folgten insgesamt 13 Personen. Jede/r brachte etwas zu essen oder zu trinken mit. Die Dachterasse von der Familie Laufer war festlich mit roten Lampions geschmückt, auf dem roten Tischtuch lagen Gojibeeren und Glückskekse als Dekoration. Zum essen gab es u.a. Jaozi, Hühnchen mit Gemüse in Varianten, gebratene Nudeln, kleine Frühlingsrollen, Dips, Obstsalat. Eine lockere und fröhliche Runde hörte Legenden zum Mondfest aus alter Zeit, vorgetragen von Maja Kurth. Als es anfing sich abzukühlen und die Feier sich auflöste, erschien rechtzeitig der volle Mond am Himmel hinter den Dächern von Minden.

   

  

Jiangsu-Deutschland-Dialog 2022

Jiangsu-Deutschland-Dialog 2022

Am 9. 07. wurde der Jiangsu-Deutschland-Dialog 2022 offiziell eröffnet. Es wurden 10 Cooperations-Projekte unterzeichnet. Bürgermeister Michael Jäcke aus Minden sprach ein Grußwort.

 

Chinesisches Neujahrsfest 2022

Onlinefest zum Chinesischen Neujahr
Fast 50 Personen haben an unserem diesjährigen online chinesischen Neujahrsfest teilgenommen. Es war eine bunte Mischung von deutschen und chinesischen Gästen. Neben Grußworten der neuen Bürgermeisterin in Changzhou und des Mindener Bürgermeisters gab es kleine Grußvideos von unserem “Mann in Wuxi” und einem ehemaligen chinesischen Hospitanten und Freund, der sogar ein Gedicht von Ringelnatz zitierte.
Es stellten sich die in Herford neu gegründete Deutsch-Chinesische Gesellschaft und die in Vlotho und Minden zuständigen Lehrerinnen der China AGs vor.
Im Quiz zu dem Wahrheitsgehalt von das Fest betreffenden Fragen gab es die Möglichkeit für jede/n, selber abzustimmen und das Abstimmungsergbnis aller zu erfahren (wie bei Günter Jauch in der Sendung “Wer wird Millionär”). Bei einem “Bingo”spiel mit Tieren des chinesischen Horoskops gewann ein chinesisches Ehepaar.
Gisela Posch trug wie immer sehr professionell ein chinesisches Lied zur Harfe vor.
Abgerundet wurde die Veranstaltung durch ein sehr ansprechendes Video unserer Partnerstadt Changzhou und für einige von uns mit einem leckeren asiatisch-europäischen Essen vom Hotel Bad Minden.
Pressemitteilung Stadt Minden 3.2.2022: Kulturkarneval und deutsch-chinesischer Dialog

Kulturkarneval und chinesisch-deutscher Dialog

  1. Februar 2022 | Changzhou/Minden. Ein Newsletter aus Changzhou berichtet von Aktivitäten. In der Corona-Pandemie gibt es einen regen Online-Austausch zwischen den Partnerstädten.
  • Auch wenn die andauernde Corona-Pandemie seit knapp zwei Jahren den persönlichen Austausch zwischen den Vertreterinnen und Vertretern der Partnerstädte Minden und Changzhou in China verhindert, so gibt es doch einen regen Austausch von Informationen und Nachrichten sowie Videokonferenzen. Das berichtet die für die Partner- und Patenschaften der Stadt Minden zuständige Mitarbeiterin, Katharina Kohlmeyer. Aktuell hat Bürgermeister Michael Jäcke eine Videobotschaft zum chinesischen Neujahrsfest für die Partnerstadt und den Trägerverein Partnerschaft Minden-Changzhou aufgezeichnet.Auch ist jetzt ein neuer Newsletter in Minden mit erfolgten Aktivitäten in der rund 9000 Kilometer entfernten Millionenstadt angekommen. So hat bereits Ende Dezember im Innovationsindustriepark der Stadt Changzhou der erste „Jiangsu-Deutschland-Dialog“ stattgefunden. Jiangsu ist die Region, zu der auch Changzhou gehört. Der Dialog wurde gemeinsam vom Auswärtigen Amt der Volksregierung der Provinz Jiangsu, der Volksregierung der Stadt Changzhou, der chinesisch-deutschen Freundschaftsgesellschaft, der deutschen Handelskammer und der Verwaltung der chinesischen Partnerstadt organisiert.Die Gäste diskutierten unter anderem die Perspektive einer zukünftigen Zusammenarbeit durch eine Kombination aus Online- und Offline-Beteiligung. Unter dem Motto „Chancen, Herausforderungen, neue Dynamiken“ bot dieser Dialog eine Möglichkeit, um die Zusammenarbeit zwischen und die Entwicklung von Jiangsu und Deutschland in der Zeit nach der Epidemie zu untersuchen. Die Veranstaltung begann mit einem Werbeclip „When the Rhine Meets the Grand Canal“, in dem die Zusammenarbeit zwischen Jiangsu und Deutschland vorgestellt wurde.Deutschland verfüge über „eine gut entwickelte Fertigungsindustrie und eine weltweit führende Innovationskapazität, die sowohl Ähnlichkeit als auch Komplementarität mit Jiangsu teilen“, heißt es in dem Newsletter. Das Thema dieses Dialogs stand im Einklang mit der gemeinsamen Erwartung, die Zusammenarbeit zwischen Jiangsu und Deutschland zu vertiefen.Zhiliang Chen, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Changzhou, hielt zusammen mit Andreas Meyer, Ausbildungsleiter in China der HWK (Innung Deutscher Handwerker), einen Vortrag und stellte das „Jiangsu Sino-German Training & Certification Center for High-Skilled Talents“ vor. Dieses ist ein weiteres Projekt intensiver Zusammenarbeit zwischen dem SGIP (Sino-German Innovation Industry Park – Changzhou) und der Bundesrepublik Deutschland im Bereich Aus- und Weiterbildung. Mit der jährlichen Ausbildung und Zertifizierung von rund 2.000 Fachkräften werde es nicht nur einen starken Talentpool für die Entwicklung deutscher Unternehmen im Industriepark bereitstellen, sondern auch die Entwicklung aktiv unterstützen.Während der Veranstaltung fand eine feierliche Unterzeichnung von zehn chinesisch-deutschen Kooperationsprojekten statt. So unterzeichneten das deutsche Automobilelektronik-Projekt, das deutsche High-End-Spezialventilprojekt, das Industrielüfter-Projekt und das High-End-Projekt für medizinische Geräte Investitionsvereinbarungen mit dem SGIP.Die Gäste vor Ort trafen sich zu intensiven Gespräche und Dialogen zu den Themen: „Geteilte Weisheit führt zu gegenseitigem Nutzen und Win-Win-Ergebnissen – Neue Möglichkeiten für wechselseitige Investitionen chinesischer und deutscher Unternehmen in der Ära nach der Pandemie“ sowie „Dual System Education bringt China und Deutschland zusammen für einen besseren Zukunftspfad und Erkundung der Zusammenarbeit zwischen Jiangsu und Deutschland in der Berufsbildung“. Anschließend fand eine Eröffnungszeremonie des chinesisch-deutschen Kulturkarnevals im chinesisch-deutschen „Innovation Industry Park“ in Changzhou statt.

    Alle Teilnehmer*innen hätten den chinesisch-deutschen Kulturkarneval mit Gesang und Tanz genossen, heißt es weiter. 20 Hütten im nordischen Stil wurden mit einer breiten Palette von Produkten ausgestattet – von der deutschen Küche bis hin zu Produkten des chinesischen immateriellen Kulturerbes. Mit verschiedenen Live-Auftritten, interaktiven Aktivitäten – wie Gewinnspielen und Spielen – und dem Weihnachtsmann, der Geschenke verteilte, sei es „ein romantisches und lebhaftes Weihnachten gewesen“, das niemand so schnell vergessen werde.

    Pressestelle der Stadt Minden, Telefon 0571 89204, pressestelle@minden.de

文化嘉年华与中德对话     2022 年 2 月 |常州/明登。常州通讯报道活动情况。新冠疫情下,伙伴城市之间线上交流火热。     尽管持续的冠状病毒大流行使中国伙伴城市明登和常州的代表之间无法进行近两年的个人交流,但信息和新闻交流以及视频会议仍然很活跃。这是由负责明登市合作和赞助的员工 Katharina Kohlmeyer 报告的。 Michael Jäcke 市长最近为伙伴城市和明登-常州伙伴关系赞助协会录制了庆祝中国新年的视频致辞。首届“苏德对话”于12月底在常州市创新产业园举行。江苏是包括常州在内的地区。本次对话由江苏省人民政府外事办公室、常州市人民政府、中德友好协会、德国商会和中国双城管理局共同主办。 ,嘉宾们通过线上线下参与相结合的方式探讨了未来的合作前景。本次对话以“机遇、挑战、新动力”为主题,为审视后疫情时期江苏与德国的合作与发展提供了契机。活动以“当莱茵河遇见大运河”的宣传片拉开序幕,介绍了江苏与德国的合作情况。本次对话的主题符合江苏与德国深化合作的共同期待。常州市副市长陈志良与HWK(德国工匠协会)中国区培训负责人Andreas Meyer共同授课,介绍“江苏省中德高技能人才培训认证中心” .这是SGIP(中德创新产业园-常州)与德意志联邦共和国在培训和进修领域的又一深度合作项目。每年培训和认证约2000名专家,不仅将为园区内德国企业的发展提供强大的人才储备,也将积极支持园区发展。 活动期间举行了十个中德合作项目的签约仪式。至此,德国汽车电子项目、德国高端特种阀门项目、工业风机项目、高端医疗设备项目与SGIP签署了投资协议。现场嘉宾围绕“智慧共享 互利共赢——后疫情时代中德企业相互投资的新机遇”“双元制教育带来中德携手共创美好未来,探索江苏与德国在职业教育领域的合作。”中德文化嘉年华开幕式随后在常州中德创​​新产业园举行。     据称,所有参与者都将在歌舞中享受中德文化嘉年华。 20 间北欧风格的木屋布置了丰富的产品——从德国美食到中国非物质文化遗产产品。丰富多彩的现场表演、抽奖、游戏等互动活动、圣诞老人派发的礼物,是一个让人流连忘返的“浪漫又热闹的圣诞节”。     明登市新闻办公室,电话 0571 89204,pressestelle@minden.de

      

Xinhua Daily: Bericht über die Konferenz “Jiangsu-DeutschlandDialog 2021”

Jiangsu-DeutschlandDialog 2021” – für bessere Zusammenarbeit

Quelle: Xinhua Daily

“In diesen Zeiten des Wandels und der Ungewissheit, insbesondere vor dem Hintergrund der Pandemie, die den grenzüberschreitenden Reiseverkehr erschwert, sind Dialog, Austausch und Zusammenarbeit immer wichtiger und wertvoller geworden.” Am 21. Dezember trafen die Worte des chinesischen Botschafters in Deutschland, Wu Ken, bei der Veranstaltung “Jiangsu-Deutschland Dialog 2021” im Sino-German (Changzhou) Innovation Industry Park auf große Resonanz des Publikums.

Bei der Veranstaltung unter dem Motto “Neue Chancen, neue Herausforderungen, neue Dynamik” diskutierten die anwesenden Gäste aus China und Deutschland über Themen wie gegenseitige Investitionen, neue Energien und berufliche Ausbildung. Während des Dialogs sind das Ergreifen neuer Chancen, die Bewältigung neuer Herausforderungen und die für beide Länder vorteilhafte Entwicklung in diesen Bereichen zum Konsens der Teilnehmer geworden.

70 % der deutschen Unternehmen wollen ihre Investitionen erhöhen (Unterrubrik)

“Die intensive Zusammenarbeit zwischen der Provinz Jiangsu und Deutschland hat nicht nur der hochqualitativen Entwicklung Chinas und der neuen Expansions- und Öffnungsstrategie starke Impulse verliehen, sondern auch neue Möglichkeiten für eine pragmatische Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland, sowie der EU geschaffen.” So die Worte von Shi Mingde, Präsident der Gesellschaft für die Chinesisch -Deutsche Freundschaft, über die Zusammenarbeit zwischen Jiangsu und Deutschland im Laufe der letzten Jahre.

Der deutsche Generalkonsul in Shanghai, Pit Heltmann, ist erst seit Juli 2021 im Amt, hat aber durch seine langjährige Tätigkeit in Asien, insbesondere in China, tiefe Einblicke in die Zusammenarbeit beider Länder. “In Changzhou gibt es rund 200 deutsche Unternehmen, in ganz Jiangsu sind es mehr als 1200. Unserer Meinung nach hat Jiangsu die beste Strategie, um die wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben: eine Regierung, die ein wachstumsgünstiges Geschäftsumfeld schafft, ein aktiver Unternehmergeist, der dem Privatsektor Dynamik verleiht, und technologische Innovationen, die dem Wirtschaftswachstum einen ständigen Impuls verleihen. All dies sind Gründe dafür, dass Jiangsu eines der höchsten Pro-Kopf-BIP in China verzeichnet.”

Dr. Constanze Wang, Senior Director for Government Affairs and Advocacy of AHK Greater China,überbringt den Veranstaltungsteilnehmern positive Nachrichten:“Trotz der Unsicherheiten und der Herausforderungen, mit denen die mehr als 2.000 deutschen Unternehmen aufgrund der Pandemie konfrontiert sind, planen laut jüngsten Umfragen 70 % der Unternehmen, ihr Investitionsvolumen in den nächsten zwei Jahren zu erhöhen.”

Gegenseitige Investitionen sind der Grundstein für Entwicklung und Win-Win Vorteile (Unterrubrik)

“Bis heute sind fast alle großen und mittelständischen deutschen Unternehmen mit dem chinesischen Markt verbunden. Allein in Baden-Württemberg haben mehr als 200 Unternehmen in Jiangsu investiert, darunter große multinationale Konzerne wie Bosch und Wacker, sowie eine Reihe kleiner und mittlerer Unternehmen. Gleichzeitig ist Baden- Württemberg bereits Standort für mehr als 160 chinesische Unternehmen.” So die Analyse von Frau Hoffmeister-Kraut, Wirtschaftsministerin in Baden-Württemberg, zur Thematik des deutsch-chinesischen steigenden Investitionstrends.

Der ThyssenKrupp Konzern hat seine Investitionen in Changzhou innerhalb von sechs Jahren fünfmal erhöht. Im März dieses Jahres wurde in Changzhou ein Projekt zur Fertigung von High-End-Automobilstoßdämpfern mit einem Investitionsvolumen von rund 12,5 Millionen Euro beschlossen. Ab nächstem Jahr, wenn die Produktion voll angelaufen ist, sollen jährlich mehr als 770.000 Stück elektronisch verstellbarer Stoßdämpfersysteme produziert werden. “Die zukünftigen Entwicklungen betreffend, sind wir sehr zuversichtlich.”, so Christian Boersma, General Manager von ThyssenKrupp Dynamic Components Changzhou Ltd..

Auf erneuerbarer Energie basierende Automobilfahrzeuge und die Batterieindustrie bilden den gemeinsamen Schwerpunkt chinesischer und deutscher Unternehmer im Kampf gegen die Reduktion von Kohlenstoffemissionen. “In diesen Bereichen hat China gewisse technologische Vorteile und es besteht großes Potenzial für die Zusammenarbeit beider Länder.”, so Li Jia, General Manager in Global Customer Business Unitof SVOLT Energy Technology Co., Ltd.. “SVOLT hat bereits zwei Fabriken im Saarland, mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 2 Milliarden Euro. Bis 2030 rechnen wir mit einer Gewinnspanne von 200 bis 300 Millionen Euro und schaffen rund 2.000 Arbeitsplätze in der Region.”

Berufliche Ausbildung, neue Kräfte für die smarte Fertigungsindustrie (Unterrubrik)

Während des Dialogs zum Thema “Zusammenarbeit und Exploration der beruflichen Ausbildungsmöglichkeiten” waren sich deutsche und chinesische Diskussionsteilenehmer gleichermaßen einig, dass eine Zusammenarbeit von Universitäten, Unternehmen und Handelskammern der richtige Weg ist, um die notwendigen Impulse für die Zukunft der “smarten” Fertigung zu geben.

Bereits im Oktober 2012 machten Jiangsu und Baden-Württemberg deutlich, dass Changzhou Science and Education Town als Vorreiter zur Förderung des deutschen Modells der dualen Berufsausbildung dienen sollen. Die duale Berufsausbildung verbindet das Lernen theoretischen Wissens in Bildungseinrichtungen mit der praktischen Umsetzung in Betrieben.

 

2020 wurde mit dem Aufbau von Jiangsu-Germany Higher Vocational Education Consortium begonnen. Zurzeit kooperieren mehr als 20 Bildungseinrichtungen mit deutschen Wirtschaftsverbänden, Bildungsgruppen und Unternehmen in den Bereichen Personal- und Lehrerausbildung, Innovationstraining, sowie in zahlreichen anderen Sektoren.

“ Die Studierenden treten in ein Beschäftigungsverhältnis ein und werden vom Unternehmen als Auszubildende für eine vertragsgemäße Ausbildung und die Zertifizierung beruflicher und technischer Qualifikationen ausgewählt, wodurch die Entwicklung der Facharbeiterausbildung und der industriellen Wirtschaft gleichermaßen gefördert wird.”, so Su Xiaofei, Präsident des Suzhou Chien-Shiung Institute of Technology, der das duale Ausbildungssystem als sehr wertvoll erachtet.

Derzeit wird die duale Berufsausbildung schrittweise auf mehr als 20 Provinzen (Bezirke und Städte) in ganz China ausgedehnt. Zehntausende von Studenten und Studentinnen haben bereits eine einschlägige Ausbildung erhalten und bereichern dadurch die zahlreichen deutsch-chinesische Unternehmen.

“Das Modell der dualen Berufsausbildung setzt sich allmählich durch. Wir freuen uns darauf, mit Unterstützung der Regierung, der Unternehmen und der Medien noch mehr qualifizierte Fachkräfte in China auszubilden und damit die lokale Wirtschaft anzukurbeln”, so Chen Xiaorong, Deputy Director von Vocational and Higher Education, AHK.

 

 

Unser Mann in Wuxi – Wirtschaftsdialog Jiangsu-Deutschland

Marcel Westermann – Unser Mann in Wuxi berichtet:
Am 21. Dezember fand der erste „Jiangsu-Deutschland-Dialog“, der gemeinsam vom Auswärtigen Amt der Volksregierung der Provinz Jiangsu, der Volksregierung der Stadt Changzhou, dem chinesisch-deutschen Freundschaftsverband und der Deutschen Handelskammer in China organisiert wurde im Chinesisch-Deutschen Innovationsindustriepark in Changzhou statt. An dieser Veranstaltung nahmen verschiedene Teilnehmer aus der Provinz Jiangsu, aber auch anderen Provinzen in China teil. Beispielsweise habe ich sogar Leute kennengelernt, die per Flugzeug den ganzen Weg aus Qingdao im Norden gekommen waren, um an dieser Veranstaltung teilnehmen zu können. Die Gäste diskutierten die Perspektive einer zukünftigen Zusammenarbeit durch eine Kombination aus Online- und Offline-Teilnahmen.
Noch bevor die eigentliche Veranstaltung los ging, wurden die Teilnehmer in kleinere Gruppen aufgeteilt und nacheinander durch den Chinesisch-Deutschen Innovationspark durchgeführt. Dabei wurden uns einige wichtige Informationen zu Partnerfirmen, Städten und Projekten zu diesem Park vorgestellt und unter anderem wurde dabei auch etwas zu den Schwesterstädten in Deutschland, wie z.B. Minden oder auch Firmen wie z.B. Denios aus Bad Oeynhausen gesagt. Der ganze Rundgang dauerte ca. 1 Stunde. Anschließend wurden wir in den Veranstaltungsraum geführt.
Gaoyun Fei, Mitglied des Ständigen Ausschusses des Provinzkomitees der KPCh in Jiangsu und stellvertretender Gouverneur der Volksregierung der Provinz Jiangsu, hielt eine Videorede. Zhiliang Chen, stellvertretender Bürgermeister der Volksregierung der Stadt Changzhou, und Xiaohua Wu, stellvertretender KPCh-Sekretär des Bezirks Jintan sowie amtierender Bürgermeister des Bezirks Jintan in Changzhou, nahmen an der Veranstaltung teil. Unter dem Thema „Chancen, Herausforderungen, neue Dynamiken“ war dieser Dialog ein Fenster zur Untersuchung der Zusammenarbeit und Entwicklung von Jiangsu und Deutschland in der Zeit nach der Epidemie. Die Veranstaltung begann mit einem Werbeclip „Wenn der Rhein auf den großen Kanal trifft“, der die Zusammenarbeit zwischen Jiangsu und Deutschland thematisierte.
Gaoyun Fei, Mitglied des Ständigen Ausschusses des Provinzkomitees der KPCh in Jiangsu und stellvertretender Gouverneur der Volksregierung der Provinz Jiangsu, sagte in seiner Videorede: „Deutschland verfügt über eine gut entwickelte Fertigungsindustrie und ist weltweit führend in Bezug auf Innovationsfähigkeit und weist Ähnlichkeiten und Komplementarität mit Jiangsu auf. Das Thema dieser Dialogveranstaltung entspricht der gemeinsamen Erwartung einer vertieften Zusammenarbeit zwischen Jiangsu und Deutschland. Es ist zu hoffen, dass die Gäste der Konferenz die Dialogplattform umfassend nutzen, um sich intensiv auszutauschen, Konsens zu schaffen und die Zusammenarbeit zu fördern.“ Während der Veranstaltung hielten Mingde Shi, Präsident der China-Deutschland-Freundschaftsvereinigung; Ken Wu, chinesischer Botschafter in Deutschland; Pit Heltmann, deutscher Generalkonsul in Shanghai; Constanze Wang (u. Foto), Senior Director of Government Affairs der Deutschen Industrie- und Handelskammern in Greater China; Andreas Pinkwart, Wirtschaftsminister des Landes Nordrhein-Westfalen, und Nicole Hoffmeister-Kraut, Wirtschaftsministerin des Landes Baden-Württemberg nacheinander Reden. Zhiliang Chen, stellvertretender Bürgermeister der Volksregierung der Stadt Changzhou, hielt eine Präsentation und stellte zusammen mit Andreas Meyer, Ausbildungsleiter in China der HWK (Deutsche Handwerksgilde) Oldenburg, das Jiangsu Chinesisch-Deutsche Ausbildungs- und Zertifizierungszentrum für hochqualifizierte Talente vor. Das Jiangsu Sino-German Training & Certification Center for High-skilled Talents ist eine weitere intensive Kooperation zwischen SGIP und Deutschland im Bereich Bildung und Ausbildung. Mit der jährlichen Ausbildung und Zertifizierung von rund 2000 Fachkräften wird es nicht nur einen starken Talentpool für die Entwicklung deutscher Unternehmen in SGIP schaffen, sondern auch die Entwicklung von SGIP aktiv unterstützen.
Während der Veranstaltung fand eine Unterzeichnungszeremonie von 10 deutsch-chinesischen Kooperationsprojekten statt. Unter ihnen unterzeichneten das deutsche Automobilelektronik Projekt, das deutsche High-End-Spezialventil Projekt, das Industrielüfter Projekt und das High-End-Medizingeräte Projekt Investitionsvereinbarungen mit SGIP. Gleichzeitig ist das einzige „ausgehende“ Investitionsprojekt ein Lithiumbatterie-Produktionsprojekt mit einer Investition von 2,26 Milliarden US-Dollar in Deutschland, das von China Aviation Lithium Battery Technology Co., Ltd. mit Sitz in SGIP investiert . Im Anschluss gab es ein reichhaltiges Abendessen mit ausländischen und chinesischen Speisen für alle Gäste. Das Essen war wirklich vorzüglich. Der Raum war außerdem sehr weihnachtlich sowie passend zu der Veranstaltung mit Chinesisch-Deutschen Fahnen geschmückt.
Fotos: M. Westermann
                          

Unser Mann in Wuxi – Digital einkaufen über TaoBao

Marcel Westermann – unser Mann in Wuxi berichtet:
TaoBao, das chinesische Amazon
Auf dem Handy ist diese App schon (fast) als Standardfunktion eingerichtet. Es geht um erleichterten Konsum bzw. leichtes Shoppen. Ein Artikel, für den man sich interessiert, wird mit der Kamera gescannt und der Artikel oder zumindest ein sehr ähnliches Produkt wird 1:1 angezeigt. Dieses kann man dann im nächsten Schritt bestellen, kaufen und sich zusenden lassen.
Wie die Fotos zeigen, hat Marcel dies an Alltagsobjekten und sogar auf der Straße ausprobiert.
Taobao ist eine chinesische online-Einkaufsplattform für den C2C-Einzelhandel, die am 10. Mai 2003 vom Mutterkonzern Alibaba Group eingeführt wurde. Taobao.com war im globalen Vergleich unter den Zehn meistbesuchten Internetseiten im Jahr 2018. Wikipedia
Online: Mai 2003
Benutzer: 500 Mio.
Gründer: Jack Ma
Taobao (chinesisch: 淘宝; Pinyin: Táobǎo ; dt. „Schatz ausgraben“, engl. „digging for treasure“) ist eine chinesische online-Einkaufsplattform für den C2C-Einzelhandel (Consumer-to-Consumer)[2], die am 10. Mai 2003 vom Mutterkonzern Alibaba Group eingeführt wurde.[3] Taobao.com war im globalen Vergleich unter den Zehn meistbesuchten Internetseiten im Jahr 2018.[4] In China ist sie sogar die drittmeistbesuchte Webseite (Stand: 29. April 2018)[4] und hat eine Penetrationsrate von 87 %.[5] Taobao hat laut eigenen Angaben fast 500 Millionen registrierte Benutzer, von denen mehr als 60 Millionen täglich aktiv sind. Registrierten Kunden wird eine umfangreiche Produktpalette angeboten, die mittlerweile über 800 Millionen Produkte umfasst. Pro Minute werden 48.000 Artikel verkauft.[6]
wie es funktioniert, kann man hier nachlesen:
Fotos : M Westermann
     

Unser Mann in Wuxi – Reise nach Lijiang, Provinz Yunnan

Marcel Westermann schickt Fotos  von der Altstadt von Lijiang. Für ihn ist es die schönste Altstadt in China, zumindest Top 3. Er hat dort in einem Hotel in der Altstadt gelebt.
Ein paar neue Teile der Altstadt sind aber leider schon sehr kommerziell geworden und sind Disneyland sehr ähnlich, schreibt er.