Xinhua Daily: Bericht über die Konferenz „Jiangsu-DeutschlandDialog 2021“

Jiangsu-DeutschlandDialog 2021“ – für bessere Zusammenarbeit

Quelle: Xinhua Daily

“In diesen Zeiten des Wandels und der Ungewissheit, insbesondere vor dem Hintergrund der Pandemie, die den grenzüberschreitenden Reiseverkehr erschwert, sind Dialog, Austausch und Zusammenarbeit immer wichtiger und wertvoller geworden.” Am 21. Dezember trafen die Worte des chinesischen Botschafters in Deutschland, Wu Ken, bei der Veranstaltung „Jiangsu-Deutschland Dialog 2021“ im Sino-German (Changzhou) Innovation Industry Park auf große Resonanz des Publikums.

Bei der Veranstaltung unter dem Motto „Neue Chancen, neue Herausforderungen, neue Dynamik“ diskutierten die anwesenden Gäste aus China und Deutschland über Themen wie gegenseitige Investitionen, neue Energien und berufliche Ausbildung. Während des Dialogs sind das Ergreifen neuer Chancen, die Bewältigung neuer Herausforderungen und die für beide Länder vorteilhafte Entwicklung in diesen Bereichen zum Konsens der Teilnehmer geworden.

70 % der deutschen Unternehmen wollen ihre Investitionen erhöhen (Unterrubrik)

„Die intensive Zusammenarbeit zwischen der Provinz Jiangsu und Deutschland hat nicht nur der hochqualitativen Entwicklung Chinas und der neuen Expansions- und Öffnungsstrategie starke Impulse verliehen, sondern auch neue Möglichkeiten für eine pragmatische Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland, sowie der EU geschaffen.“ So die Worte von Shi Mingde, Präsident der Gesellschaft für die Chinesisch -Deutsche Freundschaft, über die Zusammenarbeit zwischen Jiangsu und Deutschland im Laufe der letzten Jahre.

Der deutsche Generalkonsul in Shanghai, Pit Heltmann, ist erst seit Juli 2021 im Amt, hat aber durch seine langjährige Tätigkeit in Asien, insbesondere in China, tiefe Einblicke in die Zusammenarbeit beider Länder. „In Changzhou gibt es rund 200 deutsche Unternehmen, in ganz Jiangsu sind es mehr als 1200. Unserer Meinung nach hat Jiangsu die beste Strategie, um die wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben: eine Regierung, die ein wachstumsgünstiges Geschäftsumfeld schafft, ein aktiver Unternehmergeist, der dem Privatsektor Dynamik verleiht, und technologische Innovationen, die dem Wirtschaftswachstum einen ständigen Impuls verleihen. All dies sind Gründe dafür, dass Jiangsu eines der höchsten Pro-Kopf-BIP in China verzeichnet.“

Dr. Constanze Wang, Senior Director for Government Affairs and Advocacy of AHK Greater China,überbringt den Veranstaltungsteilnehmern positive Nachrichten:“Trotz der Unsicherheiten und der Herausforderungen, mit denen die mehr als 2.000 deutschen Unternehmen aufgrund der Pandemie konfrontiert sind, planen laut jüngsten Umfragen 70 % der Unternehmen, ihr Investitionsvolumen in den nächsten zwei Jahren zu erhöhen.”

Gegenseitige Investitionen sind der Grundstein für Entwicklung und Win-Win Vorteile (Unterrubrik)

“Bis heute sind fast alle großen und mittelständischen deutschen Unternehmen mit dem chinesischen Markt verbunden. Allein in Baden-Württemberg haben mehr als 200 Unternehmen in Jiangsu investiert, darunter große multinationale Konzerne wie Bosch und Wacker, sowie eine Reihe kleiner und mittlerer Unternehmen. Gleichzeitig ist Baden- Württemberg bereits Standort für mehr als 160 chinesische Unternehmen.” So die Analyse von Frau Hoffmeister-Kraut, Wirtschaftsministerin in Baden-Württemberg, zur Thematik des deutsch-chinesischen steigenden Investitionstrends.

Der ThyssenKrupp Konzern hat seine Investitionen in Changzhou innerhalb von sechs Jahren fünfmal erhöht. Im März dieses Jahres wurde in Changzhou ein Projekt zur Fertigung von High-End-Automobilstoßdämpfern mit einem Investitionsvolumen von rund 12,5 Millionen Euro beschlossen. Ab nächstem Jahr, wenn die Produktion voll angelaufen ist, sollen jährlich mehr als 770.000 Stück elektronisch verstellbarer Stoßdämpfersysteme produziert werden. “Die zukünftigen Entwicklungen betreffend, sind wir sehr zuversichtlich.”, so Christian Boersma, General Manager von ThyssenKrupp Dynamic Components Changzhou Ltd..

Auf erneuerbarer Energie basierende Automobilfahrzeuge und die Batterieindustrie bilden den gemeinsamen Schwerpunkt chinesischer und deutscher Unternehmer im Kampf gegen die Reduktion von Kohlenstoffemissionen. “In diesen Bereichen hat China gewisse technologische Vorteile und es besteht großes Potenzial für die Zusammenarbeit beider Länder.”, so Li Jia, General Manager in Global Customer Business Unitof SVOLT Energy Technology Co., Ltd.. “SVOLT hat bereits zwei Fabriken im Saarland, mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 2 Milliarden Euro. Bis 2030 rechnen wir mit einer Gewinnspanne von 200 bis 300 Millionen Euro und schaffen rund 2.000 Arbeitsplätze in der Region.“

Berufliche Ausbildung, neue Kräfte für die smarte Fertigungsindustrie (Unterrubrik)

Während des Dialogs zum Thema „Zusammenarbeit und Exploration der beruflichen Ausbildungsmöglichkeiten“ waren sich deutsche und chinesische Diskussionsteilenehmer gleichermaßen einig, dass eine Zusammenarbeit von Universitäten, Unternehmen und Handelskammern der richtige Weg ist, um die notwendigen Impulse für die Zukunft der “smarten” Fertigung zu geben.

Bereits im Oktober 2012 machten Jiangsu und Baden-Württemberg deutlich, dass Changzhou Science and Education Town als Vorreiter zur Förderung des deutschen Modells der dualen Berufsausbildung dienen sollen. Die duale Berufsausbildung verbindet das Lernen theoretischen Wissens in Bildungseinrichtungen mit der praktischen Umsetzung in Betrieben.

 

2020 wurde mit dem Aufbau von Jiangsu-Germany Higher Vocational Education Consortium begonnen. Zurzeit kooperieren mehr als 20 Bildungseinrichtungen mit deutschen Wirtschaftsverbänden, Bildungsgruppen und Unternehmen in den Bereichen Personal- und Lehrerausbildung, Innovationstraining, sowie in zahlreichen anderen Sektoren.

“ Die Studierenden treten in ein Beschäftigungsverhältnis ein und werden vom Unternehmen als Auszubildende für eine vertragsgemäße Ausbildung und die Zertifizierung beruflicher und technischer Qualifikationen ausgewählt, wodurch die Entwicklung der Facharbeiterausbildung und der industriellen Wirtschaft gleichermaßen gefördert wird.”, so Su Xiaofei, Präsident des Suzhou Chien-Shiung Institute of Technology, der das duale Ausbildungssystem als sehr wertvoll erachtet.

Derzeit wird die duale Berufsausbildung schrittweise auf mehr als 20 Provinzen (Bezirke und Städte) in ganz China ausgedehnt. Zehntausende von Studenten und Studentinnen haben bereits eine einschlägige Ausbildung erhalten und bereichern dadurch die zahlreichen deutsch-chinesische Unternehmen.

“Das Modell der dualen Berufsausbildung setzt sich allmählich durch. Wir freuen uns darauf, mit Unterstützung der Regierung, der Unternehmen und der Medien noch mehr qualifizierte Fachkräfte in China auszubilden und damit die lokale Wirtschaft anzukurbeln”, so Chen Xiaorong, Deputy Director von Vocational and Higher Education, AHK.

 

 

Unser Mann in Wuxi – Wirtschaftsdialog Jiangsu-Deutschland

Marcel Westermann – Unser Mann in Wuxi berichtet:
Am 21. Dezember fand der erste „Jiangsu-Deutschland-Dialog“, der gemeinsam vom Auswärtigen Amt der Volksregierung der Provinz Jiangsu, der Volksregierung der Stadt Changzhou, dem chinesisch-deutschen Freundschaftsverband und der Deutschen Handelskammer in China organisiert wurde im Chinesisch-Deutschen Innovationsindustriepark in Changzhou statt. An dieser Veranstaltung nahmen verschiedene Teilnehmer aus der Provinz Jiangsu, aber auch anderen Provinzen in China teil. Beispielsweise habe ich sogar Leute kennengelernt, die per Flugzeug den ganzen Weg aus Qingdao im Norden gekommen waren, um an dieser Veranstaltung teilnehmen zu können. Die Gäste diskutierten die Perspektive einer zukünftigen Zusammenarbeit durch eine Kombination aus Online- und Offline-Teilnahmen.
Noch bevor die eigentliche Veranstaltung los ging, wurden die Teilnehmer in kleinere Gruppen aufgeteilt und nacheinander durch den Chinesisch-Deutschen Innovationspark durchgeführt. Dabei wurden uns einige wichtige Informationen zu Partnerfirmen, Städten und Projekten zu diesem Park vorgestellt und unter anderem wurde dabei auch etwas zu den Schwesterstädten in Deutschland, wie z.B. Minden oder auch Firmen wie z.B. Denios aus Bad Oeynhausen gesagt. Der ganze Rundgang dauerte ca. 1 Stunde. Anschließend wurden wir in den Veranstaltungsraum geführt.
Gaoyun Fei, Mitglied des Ständigen Ausschusses des Provinzkomitees der KPCh in Jiangsu und stellvertretender Gouverneur der Volksregierung der Provinz Jiangsu, hielt eine Videorede. Zhiliang Chen, stellvertretender Bürgermeister der Volksregierung der Stadt Changzhou, und Xiaohua Wu, stellvertretender KPCh-Sekretär des Bezirks Jintan sowie amtierender Bürgermeister des Bezirks Jintan in Changzhou, nahmen an der Veranstaltung teil. Unter dem Thema „Chancen, Herausforderungen, neue Dynamiken“ war dieser Dialog ein Fenster zur Untersuchung der Zusammenarbeit und Entwicklung von Jiangsu und Deutschland in der Zeit nach der Epidemie. Die Veranstaltung begann mit einem Werbeclip „Wenn der Rhein auf den großen Kanal trifft“, der die Zusammenarbeit zwischen Jiangsu und Deutschland thematisierte.
Gaoyun Fei, Mitglied des Ständigen Ausschusses des Provinzkomitees der KPCh in Jiangsu und stellvertretender Gouverneur der Volksregierung der Provinz Jiangsu, sagte in seiner Videorede: „Deutschland verfügt über eine gut entwickelte Fertigungsindustrie und ist weltweit führend in Bezug auf Innovationsfähigkeit und weist Ähnlichkeiten und Komplementarität mit Jiangsu auf. Das Thema dieser Dialogveranstaltung entspricht der gemeinsamen Erwartung einer vertieften Zusammenarbeit zwischen Jiangsu und Deutschland. Es ist zu hoffen, dass die Gäste der Konferenz die Dialogplattform umfassend nutzen, um sich intensiv auszutauschen, Konsens zu schaffen und die Zusammenarbeit zu fördern.“ Während der Veranstaltung hielten Mingde Shi, Präsident der China-Deutschland-Freundschaftsvereinigung; Ken Wu, chinesischer Botschafter in Deutschland; Pit Heltmann, deutscher Generalkonsul in Shanghai; Constanze Wang (u. Foto), Senior Director of Government Affairs der Deutschen Industrie- und Handelskammern in Greater China; Andreas Pinkwart, Wirtschaftsminister des Landes Nordrhein-Westfalen, und Nicole Hoffmeister-Kraut, Wirtschaftsministerin des Landes Baden-Württemberg nacheinander Reden. Zhiliang Chen, stellvertretender Bürgermeister der Volksregierung der Stadt Changzhou, hielt eine Präsentation und stellte zusammen mit Andreas Meyer, Ausbildungsleiter in China der HWK (Deutsche Handwerksgilde) Oldenburg, das Jiangsu Chinesisch-Deutsche Ausbildungs- und Zertifizierungszentrum für hochqualifizierte Talente vor. Das Jiangsu Sino-German Training & Certification Center for High-skilled Talents ist eine weitere intensive Kooperation zwischen SGIP und Deutschland im Bereich Bildung und Ausbildung. Mit der jährlichen Ausbildung und Zertifizierung von rund 2000 Fachkräften wird es nicht nur einen starken Talentpool für die Entwicklung deutscher Unternehmen in SGIP schaffen, sondern auch die Entwicklung von SGIP aktiv unterstützen.
Während der Veranstaltung fand eine Unterzeichnungszeremonie von 10 deutsch-chinesischen Kooperationsprojekten statt. Unter ihnen unterzeichneten das deutsche Automobilelektronik Projekt, das deutsche High-End-Spezialventil Projekt, das Industrielüfter Projekt und das High-End-Medizingeräte Projekt Investitionsvereinbarungen mit SGIP. Gleichzeitig ist das einzige „ausgehende“ Investitionsprojekt ein Lithiumbatterie-Produktionsprojekt mit einer Investition von 2,26 Milliarden US-Dollar in Deutschland, das von China Aviation Lithium Battery Technology Co., Ltd. mit Sitz in SGIP investiert . Im Anschluss gab es ein reichhaltiges Abendessen mit ausländischen und chinesischen Speisen für alle Gäste. Das Essen war wirklich vorzüglich. Der Raum war außerdem sehr weihnachtlich sowie passend zu der Veranstaltung mit Chinesisch-Deutschen Fahnen geschmückt.
Fotos: M. Westermann
                          

Unser Mann in Wuxi – Digital einkaufen über TaoBao

Marcel Westermann – unser Mann in Wuxi berichtet:
TaoBao, das chinesische Amazon
Auf dem Handy ist diese App schon (fast) als Standardfunktion eingerichtet. Es geht um erleichterten Konsum bzw. leichtes Shoppen. Ein Artikel, für den man sich interessiert, wird mit der Kamera gescannt und der Artikel oder zumindest ein sehr ähnliches Produkt wird 1:1 angezeigt. Dieses kann man dann im nächsten Schritt bestellen, kaufen und sich zusenden lassen.
Wie die Fotos zeigen, hat Marcel dies an Alltagsobjekten und sogar auf der Straße ausprobiert.
Taobao ist eine chinesische online-Einkaufsplattform für den C2C-Einzelhandel, die am 10. Mai 2003 vom Mutterkonzern Alibaba Group eingeführt wurde. Taobao.com war im globalen Vergleich unter den Zehn meistbesuchten Internetseiten im Jahr 2018. Wikipedia
Online: Mai 2003
Benutzer: 500 Mio.
Gründer: Jack Ma
Taobao (chinesisch: 淘宝; Pinyin: Táobǎo ; dt. „Schatz ausgraben“, engl. „digging for treasure“) ist eine chinesische online-Einkaufsplattform für den C2C-Einzelhandel (Consumer-to-Consumer)[2], die am 10. Mai 2003 vom Mutterkonzern Alibaba Group eingeführt wurde.[3] Taobao.com war im globalen Vergleich unter den Zehn meistbesuchten Internetseiten im Jahr 2018.[4] In China ist sie sogar die drittmeistbesuchte Webseite (Stand: 29. April 2018)[4] und hat eine Penetrationsrate von 87 %.[5] Taobao hat laut eigenen Angaben fast 500 Millionen registrierte Benutzer, von denen mehr als 60 Millionen täglich aktiv sind. Registrierten Kunden wird eine umfangreiche Produktpalette angeboten, die mittlerweile über 800 Millionen Produkte umfasst. Pro Minute werden 48.000 Artikel verkauft.[6]
wie es funktioniert, kann man hier nachlesen:
Fotos : M Westermann
     

Unser Mann in Wuxi – Reise nach Lijiang, Provinz Yunnan

Marcel Westermann schickt Fotos  von der Altstadt von Lijiang. Für ihn ist es die schönste Altstadt in China, zumindest Top 3. Er hat dort in einem Hotel in der Altstadt gelebt.
Ein paar neue Teile der Altstadt sind aber leider schon sehr kommerziell geworden und sind Disneyland sehr ähnlich, schreibt er.
                               

Unser Mann in Wuxi: Coronainzidenz und finanzielle Anreize

Marcel Westermann – unser Mann in Wuxi berichtet:

„Aktuelle Corona Situation in China, Winter 2021

Vor 2 Monaten waren die Corona Zahlen meistens 0, was einige Gründe hatte. Verhalten während niedrigen Infektionszahlen:

  1. Die meisten Corona Fälle sind importiert. Es ist immer noch sehr schwer China zu betreten und selbst wenn man ein Visum bekommt, steht danach 1 Monat Quarantäne an.
  2. Viele Menschen tragen weiterhin sogar draußen eine Maske. Darüber hinaus gilt weiterhin eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, öffentlichen Gebäuden wie Bahnhöfen, Flughäfen und auch Banken.
  3. Die chinesische Regierung ist handlungsschnell und effizient, sobald ein positiver Fall an einem Ort gefunden wird, werden die Menschen dort in dem Wohnhauskomplex getestet und auch vorsichtshalber 14 Tage in Quarantäne geschickt. Ab wenigen Fällen wird eine Stadt bereits als mittleres oder hohes Risikogebiet eingestuft und der Gesundheit QR Code würde die Farbe zu Rot wechseln. Im Internet und in den Medien wird diese Liste der Risikogebiete täglich aktualisiert. Außerdem müssen alle Menschen einen weiteren QR Code anzeigen, der zeigt, wo sie in den letzten 14 Tagen waren. Somit können Menschen, die sich in Risikogebieten aufgehalten haben, schnell isoliert werden und dadurch weitere Ansteckungsketten unterbrochen werden.
  4. Vor den meisten Geschäften wird von den Menschen die Temperatur gemessen.
  5. Großveranstaltungen werden so gut wie es geht vermieden, obwohl viele Veranstaltungen wieder möglich sind. Viele bleiben am Wochenende eher mit der Familie zu Hause und bestellen sich etwas.
  6. Durch die Digitalisierung und den Onlinehandel gibt es viel weniger persönlichen Kontakt.
  7. Die Impfquote liegt inzwischen bei ca. 80 % und auch einige Auffrischungsimpfungen wurden bereits durchgeführt.

In den letzten 2 Monaten gab es immer mal wieder regionale Ausbrüche in Nordchina und auch in anderen Provinzen. Die Situation ist jetzt wieder unter Kontrolle und es gibt wieder fast 0 Fälle pro Tag. Das liegt vor allem an den folgenden Gründen:

  1. Reisen in und aus den chinesischen Risikogebieten werden stark eingeschränkt und große Gruppen von Menschen werden getestet und in Quarantäne für 14 Tage geschickt.
  2. Auch die Menschen in anderen Provinzen reisen viel weniger als vorher und schränken alles mehr ein.
  3. In Supermärkten, Einkaufszentren und an anderen Orten muss auch eine Maske getragen werden.
  4. Wenn die Situation in einer Stadt besonders ernst ist, müssen dort auch Einkaufszentren, Kinos, Fitnessstudios etc. schließen. sie machen ca. nach 1 Monat wieder auf, wenn sich die Situation gebessert hat.
  5. An allen Orten muss der Gesundheit QR Code vorgezeigt werden.
  6. In Restaurants und an anderen Orten muss man sich speziell über ein Formular in WeChat anmelden, wenn man dort gegessen hat.
  7. Sollten Leute in chinesische Risikogebiete gereist sein, werden sie noch am gleichen Tag von der Nachbarschafts Verwaltung oder der Firma selbst in Quarantäne geschickt.
  8. In stark betroffenen Städten werden außerdem ganze Straßen und Gebäude desinfiziert.

Letztendlich sind die Zahlen deswegen sehr realistisch, obwohl es für viele Menschen im Ausland sicher komisch ist, dass China nur ein paar hundert Fälle während eines Ausbruchs hat. Das liegt ganz einfach daran, dass hier schnell gehandelt wird und systematisch vorgegangen wird sobald auch nur ein einziger Fall gefunden wurde. Dabei gibt es klare Regeln und Vorgaben wie gehandelt werden muss. Durch die hohe Bevölkerungsdichte würde sich auch schon ein einziger Fall explosionsartig verbreiten. Ich kann aus meiner Erfahrung sagen, dass die Maßnahmen zwar zu Anfang streng erscheinen, es trotzdem ca. nach wenigen Wochen schon bereits zur Normalität zurückgeht, weil hier so konsequent gehandelt wird. “

Heute erreichte uns noch die Information von Marcel, dass z.B. in der nördlichen Provinz Harbin die Menschen durch finanzielle Anreize zur Testung gebracht werden. Wer sich freiwillig testen lässt und ein positives Ergebnis hat, erhält vom Staat 10.000 chin. Yüan (ca. 1340,00 Euro). Das entspricht einem durchschnittlichen monatlichen Einkommen. Damit können die Getesteten eine Quarantänezeit überstehen und erleiden keine finanziellen Nachteile.

(Fotos und screenshot: Marcel Westermann)

       

 

Unser Mann in Wuxi – Jade Dragon Snow Mountain Scenic Area

Marcel Westermann – unser Mann in Wuxi – berichtet:
Von Lijiang aus bin ich in den Nationalpark Jade Dragon Snow Mountain Scenic Area gefahren, der schnell von Lijiang zu erreichen war. Fantastisch war die Besteigung des Jade Dragon snow Moutain. Ich war nur auf einer Spitze, die ca. 4700m hoch war. Um auf die höchste Spitze 5600m zu kommen, bräuchte man sehr professionelles Equipment und mindestens 3 Tage.
Am Berg oben war die Luft sehr dünn und viele brauchten Sauerstoffflaschen und waren höhenkrank. Mir ging es gut.
Am Fuße des Berges gab es viele kleine wunderschöne Seen.
Jade Dragon Snow Mountain
Der Jade Dragon Snow Mountain (Yulong Mountain) ist der südlichste Gletscher der nördlichen Hemisphäre. Bestehend aus 13 Gipfeln, von denen Shanzidou mit einer Höhe von 5.600 Metern der höchste ist, erstreckt sich der Berg über eine Länge von 35 Kilometern und eine Breite von 20 Kilometern. Von der 15 Kilometer entfernten Altstadt von Lijiang im Süden betrachtet, ähnelt der schneebedeckte und nebelverhangene Berg einem in den Wolken liegenden Jadedrachen, daher der Name.
Der Jadedrachen-Schneeberg ist ein Schutzgebiet für seltene Tiere und Wildpflanzen. Tatsächlich ist hier ein Viertel aller Pflanzenarten Chinas zu finden und 20 Urwaldgemeinschaften beherbergen eine große Familie von 400 Baumarten und 30 Tierarten, die vom Staat geschützt werden. Diese Arten leben in unterschiedlichen Temperaturniveaus und schaffen unterschiedliche Ansichten. Die 13 Gipfel mit einer Höhe von mindestens 4.000 Metern sind das ganze Jahr über schneebedeckt; Der Berg wird auch „Natural Glacier Museum“ genannt, da er alle Arten von Gletschern hat. Wenn Sie vom Berggipfel hinuntergehen, können Sie Flüsse und Tümpel sehen, die durch das aufgetaute Schneewasser gebildet werden, das entlang des Tals und durch die Wälder fließt. Die Pflanzen und Tiere unterscheiden sich je nach Höhenlage, ebenso die Aussicht. Jeder Anblick überrascht Sie und jeder Schritt führt Sie zu einer neuen Szene. Jede der Wiesen am Jadedrachen-Schneeberg hat durch ihre unterschiedliche Landschaft und Höhe ihren eigenen besonderen Charakter. So ist das Fichtenplateau (Yunshan Plateau) Grasland mit riesigen Fichten, während Ganhaizi (Trockenseewiese) wie der Name schon sagt ein Hochlandsee war, die Wiese entstand nach dem Austrocknen des Wassers. Außerdem besteht der Glacier Park im Jade Dragon Snow Mountain aus den durch Gletschererosion entstandenen Steinhöhlen.
Blue Moon Valley
Blue Moon Valley ist ein beliebter Ort in der Jade Dragon Snow Mountain Scenic Area, 15 Kilometer von der Altstadt von Lijiang entfernt. Das Blue Valley liegt neben dem Fichtenplateau (Yunshanping云杉坪), der Ostseite des Jadedrachen-Schneebergs, Lijiang, und sieht aus wie ein vom Himmel herabhängender Wasserfall. Es wird vom schmelzenden Schnee und Eis gespeist, das vom Jadedrachen-Schneeberg herunterläuft. Das Wasser ist eiskalt. Auch im Sommer können Besucher die klirrende Kälte nicht ertragen, wenn sie im Fluss baden. Aus der Ferne sieht es aus wie eine blaue Mondsichel, die am Fuße des Berges eingelegt ist.
Blau ist jedoch nicht die einzige Farbe des Flusses. Der Fluss ist extrem klar und sauber ohne jegliche Verschmutzung. Das Flussbett besteht aus weißem Marmor und Kalksteinkiesen. Wenn es regnet, werden die weißen Schlamm- und Kalksteintrümmer am Flussbett aufgewirbelt, sodass das Wasser weiß wie Milch wird. Daher nennen ihn die Einheimischen den Naxi White Water River (Baishuihe River).
(Fotos: M. Westermann)

Unser Mann in Wuxi – Reisen in Yunnan

Unser Mann in Wuxi – Reisen in Yunnan
Marcel Westermann ist unterwegs in der Provinz Yunnan. Yunnan ist eine südwestchinesische Provinz, deren abwechslungsreiche Landschaft schneebedeckte Berge, Reisterrassen, Seen und tiefe Schluchten umfasst. Die Region ist bekannt für ihren hohen Anteil an ethnischen Minderheiten. Die moderne Hauptstadt Kunming, auch „Stadt des Frühlings“ genannt, beherbergt zahlreiche Museen und Tempel wie den farbenprächtigen Yuantong-Tempel. Im südöstlich gelegenen Steinwald von Shilin liegen 270 Mio. Jahre alte Kalkstein-Karstfelsen. (google)
Auf einem der Märkte in der Altstadt von Lijang hat er eine alte Marktfrau fotografiert. Obwohl sie nur wenige Waren anbietet, kann man bei ihr digital bezahlen. Den erforderlichen QR-Code hat sie auf dem Schild ausgedruckt. Wie man sieht, ist die Digitalisierung in China ist sehr weit fortgeschritten, fast flächendeckend.
Lìjiāng ist eine Stadt im Nordwesten der chinesischen Provinz Yúnnán und zugleich Heimat der Naxi und mehrere anderer ethnischer Minderheiten. Die Altstadt war im 14. Jh. ein Knotenpunkt des Handels. Heute findet man hier Kopfsteinpflasterstraßen, Kanäle und einen zentralen Marktplatz mit Geschäften und Restaurants. Der Ausblick vom Heilongtan-See auf die Bergkette des Yulong Xueshan („Jadedrachen-Schneegebirge“) mit dem Pavillon De Yue Lou („Garten des wiedergewonnenen Mondes“) hat schon viele Reisende begeistert. (google)
Marcel wohnt in einem Hotel in der Altstadt. Um in diese einzutreten und zu seinem Hotel zu gelangen musste er sich vorab anmelden, seine Telefonnummer und die Nummer seines Reisepasses angeben sowie einen Gesichtsscan durchführen. Nur so kommt er durch die Schranke (Foto Nr. 2) in den alten Bezirk zu seinem Hotel.
   

Unser Mann in Wuxi – Kleine Wirtschaftskonferenz in Changzhou

Marcel Westermann – unser Mann in Wuxi berichtet:
Mitte Oktober gab es eine kurze Wirtschaftrskonferenz in Changzhou, zu der ich von der Stadtverwaltung eingeladen worden war. Am Bahnhof wurde ich von der u.a. für unseren Trägerverein zuständigen Abteilungsleiterin Yuting Wang abgeholt. Letztere hat in Frankfurt ihren Masterabschluss gemacht spricht daher gut deutsch. Die Konferenz fand in einem Hotel statt. Vor dem eigentlichen Konferenzsaal waren Stände aufgebaut, wo sich die einzelnen Länder, mit denen Changzhou besondere Kontakte pflegt, aufgebaut waren und ihre Produkte zeigten. Vertreten waren Firmen aus Deutschland, Schweiz, Israel, Frankreich und England. Die eigentliche Veranstaltung dauerte nur ca. 1,5 Stunden. Nach Vorstellung und Begrüßung einzelner wichtiger Personen sowie einiger Grußworte wurden kurze Präsentationsvideos einzelner Firmen gezeigt. Einige Firmen unterschrieben danach noch feierlich Abmachungen/Verträge bevor einzelne Personen besondere Ehrungen als ehrenbürger der Stadt Changzhou erhielten.
Leider gab es nicht allzuviel Möglichkeit zum Networking.
Es hat mich gefreut, Yuting Wang kennen zu lernen und Theo Tong, einen ehemaligen Hospitanten in Minden, wieder zu sehen.
Vor der Veranstaltung musste ich einen PCR-Test nachweisen und alle sollten auch Maske tragen.
(Fotos: M. Westermann)
      

Unser Mann in Wuxi – Reisen in China mit dem Zug

Unser Mann in Wuxi

Marcel Westermann berichtet in Abständen über seine Erfahrungen und Erlebnisse in China. Heute: Reisen per Zug

Noch im August konnte er „relativ einfach“ durch China reisen. Damals ging es per Zug in der nach geschilderten Art. Seitdem hat es erneut erhebliche regionale Einschränkungen gegeben, weil es immer wieder zu Ausbrüchen der Pandemie in einzelnen Regionen oder Städten gekommen ist. Aber auch das ändert sich ständig.

Beim Betreten des Bahnhofs erfolgt zunächst eine Temperatur- & Gepäckkontrolle (Foto 1).

Seit Anfang des Jahres können Ausländer auch ihren Reisepass verwenden, um durch die Ticketkontrolle zum Zug zu kommen. Früher mussten alle Ausländer, selbst wenn das Ticket online gekauft wurde, immer noch an den Kartenschalter gehen und das Ticket ausdrucken lassen und mit dem Reisepass abholen. Das hat sich geändert. Seit diesem Jahr kann das Ticket bequem online gekauft werden und man direkt zum Wartebereich durchgehen; der Gang zum  Kartenschalter, um das Ticket in gedruckter Form abzuholen, ist entfallen. (Fotos 2-4) Jedes Ticket ist auf einen bestimmten Sitzplatz in einem festgelegten Waggon ausgestellt.

Bevor man auf den Bahnsteig gelassen wird, muss jeder in die Wartehalle. (Foto 5)

Erst 10 Minuten bevor der Zug ankommt, werden die Tickets kontrolliert und das Gleis darf betreten werden. In China wird farblich die Position des Wagens angegeben. Dort stellen sich alle zum einsteigen an.  (Fotos 6-9)

Im gesamten Bahnhofsbereich und in den Zügen besteht immer noch Maskenpflicht.

Das Foto Nr. 9 zeigt eine Innenansicht des Zuges.

Fotos von M. Westermann

                                 

 

 

Unser Mann in Wuxi – Bericht Juni 2021

Bericht aus Changzhou Juni 2021

Im Juni war ich erstmals in der Partnerstadt des Vereins, in Changzhou. Dort habe ich als erstes  den Tianning Tempel besucht. Das ist die höchste Pagode auf der Welt, die auf allen Leveln verschiedene buddhistische Ausstellungsstücke hat. Besonders praktisch ist der Fahrstuhl, der ganz nach oben in die 13. Etage fährt. Ganz entspannt kann man dann alle Stockwerke wieder runtergehen. Von ganz oben ist der Ausblick super über die umliegenden Parks und die Stadt selbst. Eines meiner Highlights war der Raum mit den vielen Buddha Statuen und Spiegeln direkt auf einer der höchsten Stockwerke.

Angrenzend ist der wunderschöne Hongmei Park, der eine gute Mischung zwischen klassischen Elementen, aber auch sehr modernen Parkelementen aufweist.

Ein etwas kleinerer aber eher chinesischer Park ist der Dongpo Park. Der Park ist benannt nach Su Dongpo, einem der bekanntesten chinesischen Dichter. Dieser war  im Laufe seines Lebens einige Male in Changzhou und ist später auch dort gestorben.  Deswegen hat ihm die Stadt später diesen Park gewidmet.

Später habe ich mich mit Theo auf dem Volksplatz getroffen, auf dem alle Gebäude in einem sehr modernen und stylischen Design sind. Dort gibt es neben einer Shopping Mall noch ein Museum und die Stadtbibliothek. Der Doppelturm des Rathauses ist auch direkt um die Ecke in dem neuen Stadtteil.

Im Laufe des Tages sind wir auch durch die Qingguo Straße gegangen, aus der einige berühmte chinesischen Persönlichkeiten stammen. Besonders hervorheben möchte ich den Linguisten „Zhou Youguang“, der die weltweit gebrauchte Transkription des Chinesischen in Lateinschrift „Pinyin“ entwickelt hat. Er wurde in dieser Straße in Changzhou geboren und ist dort auch aufgewachsen. Die Ausstellung über sein Leben dort ist sehr zu empfehlen. Er hat nicht nur vielen Chinesen das Erlernen der eigenen Sprache erleichtert, sondern hat auch vielen Ausländern dadurch erst die Möglichkeit eröffnet Chinesisch lernen zu können.

Im Stadtzentrum von Changzhou nur unweit vom Bahnhof entstehen momentan einige neue Hochhäuser. Beeindruckend ist, dass es jetzt sogar seit Ende 2019 eine erste U-Bahn Linie dort gibt. Die zweite U-Bahn Linie soll im Juli 2021 eröffnet werden; als ich dort war, wurden noch die letzten Arbeiten an den Stationen fertig gemacht. Bis 2030 sollen insgesamt 6 U-Bahn Linien entstehen.

Das Leben in Changzhou ist völlig Corona frei. Bars, Restaurants, Clubs, Cafés sind geöffnet. Auch finden Konzerte und ähnliche Veranstaltungen wieder statt. Nur in öffentlichen Verkehrsmitteln, öffentlichen Gebäuden und Banken muss noch eine Maske getragen werden. Allerdings muss es keine FFP 2 Maske sein. An vielen Stellen werden Masken auch nicht mehr so streng von den Leuten getragen oder sie wird ganz weggelassen. Interessanterweise wurde ich beim Einstieg in die U-Bahn noch nach meinem Gesundsheits-QR-Code gefragt. Zuvor wurde in anderen Städten nie danach gefragt und auch am Bahnhof in Changzhou nicht.

Changzhou gehört zur Jiangsu-Küche, dessen Gerichte natürlich, mild und leicht süß mit einem reichen ursprünglichen Geschmack der Lebensmittel sind. Die Zutaten sind reich, hauptsächlich Süßwasserfische, Flussfische und Meeresfrüchte wie Reeves, Messerfische, Ballonfische, Silberfische, Krabben vom Yangcheng-See und Karausche. Zu den verwendeten Gemüsesorten gehören Lotuswurzel, chinesische Kastanie, Rohrsprossen, Winterbambussprossen und Wasserkastanie. Das bekannteste Gericht aus Changzhou ist die Fischkopfsuppe mit Wasser aus dem Tianmu See.

Der Tag schloss mit einem guten Essen bei einem Beisammensein mit Theo Tong und seiner Ehefrau.